Abgeschmiert aus 100 Metern
von Clemens AhrendEines schönen Tages nahmen wir unsere Winde. Sie war damals auf ein Jeep-Fahrgestell montiert. Karl hatte das Fahrgestell samt Kardanwelle verlängert, damit die Winde darauf passte. Weil wir die Kardanwelle nicht auswuchteten konnten wir nur sehr langsam fahren.
Den Specht auf dem Anhänger spannte Karl hinter seinen Super-DKW (dieser wurde in der Woche als Werkstattwagen benutzt, sonntags als Seilrückholer). So fuhren wir guten Mutes zum Aremberg. Südlich von Aremberg hatte Karl ein Gelände ausgemacht und alle Genehmigungen beschafft. Wir wollten bei Südwestwind Hangsegeln. Alles wurde aufgebaut und dann ging's los. Der Wind war mäßig. Fluglehrer Hanusa hatte an diesem Tag keine Zeit und so kam ein Klasse 2-Pilot Brühl aus Leverkusen, der mit uns fliegen sollte.
Anfangs klappte es auch ganz gut: Start, rüber zum Aremberg, dann in niedriger Höhe über die Bäume in Richtung Osten, Rechtskurve zurück in Richtung Westen, zurück zur Landung. Bei einigen Flügen reichte es auch für einen dritten Vorbeiflug. Brühl wollte mal alleine Versuchen, ob er mit geringerem Gewicht öfter hin und her fliegen konnte. Bei der Landekurve war er zu langsam und -peng- lag er unten.
Brühl kam mit gebrochenem Bein ins Krankenhaus und wir hatten eine Menge Arbeit. Wenn es stimmt, dass Arbeit adelt, müssten Karl und noch ein paar andere adelig sein.



