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Der Weg zur Segelfluglizenz

Vor Beginn der Ausbildung:

Wenn du schon einen Schnupperkurs bei uns gemacht hast (auf jeden Fall empfehlenswert), weißt du bestimmt schon wie dir Segelfliegen körperlich bekommt. Dennoch musst du dich noch auf Tauglichkeit (Tauglichkeitsgrad 2) von einem speziellen Fliegerarzt untersuchen lassen. Dieser Untersuchung ist rechtlich zwar erst vor dem ersten Alleinflug Pflicht, wir empfehlen aber sie schon vor dem Vereinsbeitritt zu machen.

Praktische Ausbildung:

Der erste AlleinflugMit der Ausbildung kannst du jeder Zeit anfangen, du musst jedoch mindestens 14 Jahre alt sein, nach oben gibt es keine Grenze. Der Flugbetrieb findet am Wochenende und an Feiertagen auf unserem Flugplatz in Wershofen statt. Im ersten Ausbildungsabschnitt fliegst du als Flugschüler zusammen mit einem der ehrenamtlichen Fluglehrer im Doppelsitzer. Hier werden hauptsächlich Start und Landung geübt. Wenn du das Segelflugzeug in jeder Situation sicher beherrschst, kannst du deine ersten drei Alleinflüge absolvieren (A-Prüfung).

Im nächsten Ausbildungsabschnitt weitest du deine Fähigkeiten aus, dass heißt es werden Flugfiguren wie Kreiswechsel und Schnellflug abwechselnd mit Fluglehrer und dann alleine geübt. Gleichzeitig wirst du auf ein anderes Flugzeugmuster, einen Einsitzer, umgeschult. Abgeschlossen wird dies mit der B-Prüfung in der du alleine, unter Aufsicht des Fluglehrers vom Boden, dein Programm vorfliegst.

Nun beginnt der letzte Teil der Ausbildung. Dieser beinhaltet weitere Techniken wie z.B. den "Slip", der genutzt wird um schnell Höhe abzubauen. Vor allem aber soll das Thermikfliegen erlernt und gefestigt werden, das heißt du lernst das Flugzeug über Stunden nur durch natürliche Aufwinde in der Luft zu halten. Abschließend legst du die C-Prüfung ähnlich der B-Prüfung ab.

Flugbetrieb in WershofenTheoretische Ausbildung:

Im Winter findet dann bei uns auf dem Flugplatz der Theorieunterricht statt. Nachdem das notwendige Wissen erworben wurde und sich gegebenenfalls in einem Finishkursus nochmal den letzten Schliff geholt hat, legt man vor dem Luftamt die Theorieprüfung ab. Geprüft wird in den Fächern, Luftrecht, Meteorologie, Technik, Navigation, Aerodynamik, Menschliches Leistungsvermögen und Verhalten in besonderen Fällen. Im Luftrecht sind auch Fragen zum Flugfunk enthalten. Es empfiehlt sich jedoch, vorher das Sprechfunkzeugnis (BZF) zu erwerben, wozu wir auch regelmäßig Schulungen anbieten.

Streckenflug:

Nachdem du nun alle handwerklichen Fähigkeiten erworben hast, um ein Flugzeug sicher zu fliegen, geht es daran, alles Notwendige für den ersten Strecken- oder auch Überlandflug zu lernen. Dazu wird auf anderen Flugplätzen gelandet, Außenlandeübungen mit dem Motorsegler gemacht, sowie je eine Überlandflugeinweisung mit Fluglehrer im Motorsegler und im Segelflieger absolviert. Danach bist du fit, um alleine im Einsitzer deinen ersten Streckenflug über 50 Kilometer (alternativ 100km mit Fluglehrer) zu machen. Bis hierhin hast du mindestens 25 Flugstunden (davon 15 alleine) sowie 60 Starts (davon 20 alleine), dann fehlt dir nur noch die letzte, alles abschließende Praktische Prüfung, die aus drei Starts mit einem Prüfer besteht.

Der Flugschein:

Inzwischen sind ca. 2 Jahre vergangen, die praktische Prüfung hast du mit Bravur bestanden und hast damit dein Ziel erreicht. Wenn du deinen 16. Geburtstag schon feiern konntest, bist du stolzer Besitzer des Luftfahrerscheins für Segelflugführer.

Der Segelflugschein ist allerdings keinesfalls das Ende der Fahnenstange, hier fängt für ambitionierte Segelflieger der Spaß erst richtig an: mit der weiterführenden Ausbildung zur Kunstflug-, Motorsegler- oder Fluglehrerlizenz, oder der Teilnahme an verschiedenen Wettbewerben.