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Die Tiger-Moth

von Clemens Ahrend

Es geschah in der Zeit als die Segelflugzeuge noch einen Gleitwinkel von 1:19 hatten.

Die Tragflächen waren noch aus Holz und die Rümpfe höchstens aus Stahlrohr und mit Stoff bespannt. Gut ausgerüstete Segelflieger hatten einen Fahrtmesser, einen Höhenmesser, ein Vario und die ganz Reichen einen Kompaß.

Tiger Moth nach einer missglückten LandungDer Segelflieger war auf einem 150 km Dreieckflug kurz vor seinem Zielflugplatz abgesoffen und auf einer großen Wiese gelandet. Eine größere Menge Zuschauer kamen um den mutigen Flieger zu bestaunen. Einige sehr kluge Zuschauer stellten die obligatorischen Fragen, um sich vor den anderen Zuschauern wichtig zu machen. Zum Beispiel wie: "Hatten sie keinen Wind mehr? Oder sind sie in ein Luftloch geraten?" Die alten Piloten kennen sicher noch die für Flieger so lustigen Fragen.

Auf einmal, ein näher kommendes Motorengeräusch von einem Flugzeug. Eine Tiger Moth umkurvte den Landeplatz des Segelfliegers und setzte weit ausholend zur Landung an. Die Zuschauer waren begeistert. Elegant rollte das Flugzeug zum Lagerplatz des Segelflugzeugs. Der Pilot stieg aus, klemmte sich das Bordbuch unter den Arm, kam auf den Segelflieger zu und fragte wohlwollend: "Na Kumpel, wo ist denn hier die Flugleitung?"

Was dann kam, war nicht im Sinne des Piloten. Aber nach einigen Telefonaten mit der zuständigen Flugsicherung, durfte der Pilot auf eigene Verantwortung starten und auf dem wenige km entferntem Flugplatz (seinem eigentlichem Ziel) landen.