Die Seilrückholwinde
von Otto BetznerFlugzeuge müssen jedes Jahr zum TÜV. Bis in die 1960er Jahre war es Pflicht, dass die Bezirksregierung Koblenz noch einen Stempel in die Papiere drücken musste. Nachdem der Bauprüfer die Flugzeuge
untersucht hatte, gab er die Fluggenehmigungen nach Koblenz, wo ein Beamter in seinem Büro jedes Dokument mit jeweils einem Stempel verzieren musste. Das war sicher keine leichte Aufgabe für den zuständigen Beamten, denn für diesen überflüssigen Verwaltungsakt brauchte er oft mehrere Tage. Das ging viele Jahre so. Alle Vereine beschwerten sich.
Einmal konnten wir wegen diesem bürokratischen Stempel an Pfingsten nicht fliegen. Da war nun unsere Geduld zu Ende.
Pfingstdienstag ging Karl ans Telefon und erklärte einem Herrn der Bezirksregierung, dass dieser Zustand nicht mehr hinnehmbar und dieser Beamte nicht mehr tragbar sei. Er, Karl, würde sich verpflichten, für alle Flugzeuge in Rheinland-Pfalz in einer halben Stunde die Fluggenehmigungen abzustempeln. Seit diesem Telefonat lief alles wie geschmiert.



