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Kann ich mir Segelfliegen überhaupt leisten

Wo ein Wille ist, ist auch ein weg! Jan Bodenheim beschreibt, wie er sich das Fliegen als Schüler "verdient" hat:

1991 erhielt ich als 14-jähriger von meinen Eltern ein monatliches Taschengeld von rund 25 EUR. Wie wohl in nahezu allen Familien kamen meine Eltern außerdem für mein gesamten Grundbedarf auf (Essen, Kleidung, Fahrtkosten). Dass diese 25 EUR zum Segelfliegen nicht lange reichen würden, war eigentlich offensichtlich. Schließlich hatte man ja auch noch andere Ausgaben, z.B. Telefon, Fahrrad, Modellflugzeuge und hier und da auch schon mal Kino, ein Besuch im Schwimmbad oder ein Eis. Es musste also eine weitere Einnahmequelle her. Mein älterer Bruder stand mittlerweile vor der selben Herausforderung, schließlich flog er ja bereits seit 2 Jahren. Ein wenig Geld konnten wir uns immer noch bei unseren Eltern verdienen, beispielsweise mit Unkraut jäten, Garten umgraben oder Umbauarbeiten am Haus. Dieses Angebot motivierte uns jedoch nicht zu Höchstleistungen.

Interessanter und mit besseren Perspektiven erschien uns dagegen das Austragen von Zeitungen. Das ganze ergab einen Stundenlohn von annähernd 5,- EUR. Jedem brachte der Spaß weitere 50 EUR im Monat. Diesen Job machte ich, zum Schluss ohne meinen Bruder, bis Sommer 1995, also fast 5 Jahre. Mit der Zeit wurde man effektiver, sowohl beim Austragen als auch beim aufwendigen Kassieren an der Haustüre.

Da man im Dorf wußte, dass wir gewohnt waren mit Geld umzugehen, traute man uns schon früh andere Arbeiten zu. Mal war es eine Ferienwoche in der Getränkeabteilung des Supermarktes, ein anderes Mal waren wir bei der Beköstigung der Kirmesgäste im örtlichen Saal zugange. Auch vor handwerklichen Ferienjobs schreckte ich nicht zurück. Schließlich wollte ich mir mit 18 einen eigenen Flieger kaufen. Generell benötigt man keine eigene Maschine zum Segelfliegen, schließlich fliegt man im Verein. Hier kann man bestes Gerät für ca. 10,- EUR pro Stunde fliegen. Als Flugschüler verfliegt man pro Sonntag durchschnittlich ungefähr auch diese Summe Betrag.

Gut sind auch die Wintermonate, hier kann man gut für den Sommerurlaub sparen, schließlich gibt man in dieser Zeit ja weniger für's Fliegen aus. Einzig die Monatsbeiträge zahlten meine Eltern, solange ich noch nicht selbst verdiente. Diese, so meinten Sie, hätten Sie mir ja schließlich auch beim Fußball- oder Tennisclub bezahlt.

Insgesamt hatte ich persönlich immer mehr Geld zur eigenen Verfügung, als die meisten meiner Freunde, und das ohne dass meine Eltern dafür gesorgt hätten. Auch muss man sich nicht wundern, dass sich unter den Segelfliegern extrem wenig Raucher zu finden sind. Jeder bestimmt eben selbst, wofür er seine finanziellen Mittel ausgeben möchte. Deshalb behaupte ich auch, dass jeder, der es möchte, den Segelflugsport bezahlen kann. Aber: Wer sich das Segelfliegen ermöglichen will, muss unter Umständen etwas dazu leisten.

Für Erwachsene gilt:

Was ein 14-jähriger kann, sollte für Verdienende generell möglich sein. Auch wenn man zugeben muss, dass einige Vergünstigungen durch den Verein, ab dem 21. Lebensjahr wegfallen, gilt:

Einzig der Wunsch zu fliegen zählt!

Zum Thema: Aktuelle Kostenübersicht der SFG Wershofen