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KARL "SCHMOTT" BRENNER

Viele Leute haben den Verein in den über 50 Jahren seines Bestehens geprägt, aber sicherlich keiner so sehr wie Karl Brenner. Von der ersten Stunde war er derjenige, der sich mit Leib und Seele eingebracht hat, nicht immer zur Freude seiner Familie. So war er stolz darauf, dass er bis auf einen Krankenhausaufenthalt jeden Sonntag und die meisten Samstage auf dem Flugplatz gewesen ist. Stand ein Geburtstag oder ein Fest im Familienkreis an, so führte der Verdauungsspaziergang meist auf den Flugplatz. Woher seine Begeisterung für die Fliegerei kam, weiß allerdings niemand so genau.

Karl, geboren 1927, war Sohn des Dorfschmiedes von Wershofen (daher auch sein Spitzname Schmott=Schmied). Sein erster Kontakt mit der Fliegerei war vermutlich die Notlandung einer Messerschmitt 109 während des Frankreichfeldzuges auf dem späteren Flugplatz. Als dann der Polizist von Antweiler, der bereits Segelflug betrieben hatte, meinte, dass dies auch in Wershofen möglich sein müsse, gab dies wohl den Anstoss. Zusammen mit einigen Freunden gründete er die Segelfluggruppe Wershofen.

Karl Brenner 1970 Von diesem Zeitpunkt an begleitete Karl "seinen" Verein bis zu seinem Tod in leitender Funktion. Die längste Zeit (bis 1991) war er 1.Vorsitzender. Danach übernahm er den neu geschaffenen Posten des ersten Geschäftsführers. 1999 trat er in die zweite Reihe zurück und war zweiter Geschäftsführer, um seinen Nachfolger einzuarbeiten und zu unterstützen. Darüber hinaus war er auch in den Gremien des Luftsportverbandes Rheinland und des Sportkreises Ahrweiler tätig, stets darauf bedacht, für den Verein das Beste herauszuholen. Karl Brenner hatte beste Verbindungen zu hochrangigen Mitgliedern der alliierten Luftstreitkräfte in Deutschland, so dass es ihm immer wieder gelang, über seine Beziehungen militärische Attraktionen für die Flugtage zu gewinnen.

Aber er stand dem Verein nicht nur als Funktionär zur Verfügung. Lange Jahre war er Werkstattleiter und technischer Leiter des Vereins. Alle Bauvorhaben, ob Flugzeug oder Halle, standen unter seiner Leitung. Sein Fachwissen überstieg dabei bei weitem das eines gelernten Schmiedes. Auch als Flugleiter war er gerne dazu bereit, auf den Flugplatz zu kommen, wenn jemand mal in der Woche starten wollte.

Karl 1999 auf dem Startwagen Trotz alledem war Karl aber sehr bescheiden. Auch ließ er seinen Kameraden stets den Vortritt beim Fliegen. Es war nicht sein Ziel, große Leistungen zu erfliegen, das überließ er lieber anderen. Seine fliegerische Karriere endete Mitte der 80er-Jahre dann nach einer Bypass-Operation zwangsweise, da er keine Flugtauglichkeit mehr bekam. Trotzdem nahm er jeden Tag aktiv am Flugbetrieb teil und flog vom hinteren Sitz aus weiter.

Für seine Leistungen erhielt Karl vielfache Auszeichnungen, unter anderem das Diplom Otto Lilienthal, eine der höchsten Auszeichnungen des Luftsports. Vom Verein wurde er nach seiner Zeit als erster Vorsitzender zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als er 2000 unerwartet starb, hinterließ er eine Lücke, die zu füllen einer alleine nicht im Stande war. Posthum ehrte der Verein ihn, indem der Weg zum Flugplatz "Karl-Brenner-Weg" benannt wurde.