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Raab Motorkrähe IV, D-KAGO

Einsitziger Motorsegler

Der Rohbau der KräheDie Krähe war zwar nur kurz im Vereinsbesitz, aber es werden noch immer viele Geschichten über den 1. Motorsegler des Vereins erzählt. Diese beginnen damit, dass 50% der Mitglieder 1962 dafür waren, die Vereinsaktivitäten auch auf das motorisierte Fliegen auszudehnen Der Verein erwarb daraufhin ein Jahr später einen begonnenen Amateurbau und wollte diesen fertigstellen. Bis die Krähe sich schließlich in die Luft erheben konnte, sollten allerdings noch drei weitere Jahre vergehen. Als der Motor geliefert wurde, wollte man diesen sofort ausprobieren. Leider wussten die zukünftigen Motorseglerpiloten zu diesem Zeitpunkt noch nicht allzuviel von den Triebwerken in Flugzeugen, und so kam was kommen musste: der Motor wurde angerissen, da jedoch noch kein Gaszug montiert war, ging er sofort auf Vollgas und überdrehte dank fehlendem Propeller sofort. Schließlich brachte man die Krähe aber 1965 doch noch in die Luft. Rechte Freude wollte aber nicht aufkommen, denn der Motor sprang in der Luft nie an! Und das war doch der eigentliche Sinn des Motorseglers, dass man bei fehlender Thermik den Motor startet und neue Höhe gewinnt. Mit der Krähe war das nicht zu machen. Man konnte am Seilstarter reißen wie man wollte, der Motor sprang im Flug nicht an. Außer einmal, bei der Vorführung zum Verkauf Mitte 1966. Später schrieb der Käufer in einem Brief, dass es Ihm selbst aus 3000m Höhe nicht gelungen war, den Motor zu starten. Und aus lauter Aktivität im Cockpit wäre ihm bereits das Gebiss aus dem Mund zwischen die Pedale gefallen! Übrigens kam der neue Eigentümer, Kurt Hübscher aus der Schweiz, noch einige Male mit seiner Breezy auf unsere Flugtage. Im Internet ist zu lesen, dass die Krähe anschließend mit dem Kennzeichen OE-9032 zugelassen wurde.

Das Heck unserer Krähe IV Die Motorkrähe wurde von Fritz Raab aus seinem Doppelsitzer Doppelraab abgeleitet, von dem auch die Flügel übernommen wurden. Der Rumpf war allerdings eine komplette Neukonstruktion. Der Motor saß hinter dem einigermaßen windschnittigen Cockpit und der Druckpropeller war halb in den schmalen Leitwerksträger integriert. Mehrere Maschinen wurden im Amateurbau hergestellt und in Österreich wurde eine kleine Serie aufgelegt. Aus der Krähe entwickelte die österreichische Firma Brditschka später die Flugzeuge der HB-Reihe (HB-3, HB-21, HB-23), die in größerer Anzahl gebaut wurden und schon lange in Österreich zum Segelflugschlepp eingesetzt werden.

Roland Bogenhuber hat das Flugzeug 2006 aus einer Garage gerettet. Der letzter Flug war damals 1971. Er hat die Krähe komplett neu aufgebaut und mit einen, modernen Rotax-Motor aufgerüstet. Seit dem Neuaufbau hat sie ca. 40 Stunden geflogen, und alle nötigen Papiere, Sie fliegt einfach ausgezeichnet. Die restaurierte Krähe Die restaurierte Krähe

Daten:
Hersteller: Amateurbau (Konstrukteur: Fritz Raab)
Kennzeichen: D-KAGO Raab Motorkrähe (nicht unsere)
Werknummer: 012
In Vereinsbesitz: 1965 - 1966
Technische Daten:
Anzahl Sitze: 1 Rumpflänge: k.A.
Spannweite: k.A. Flügelfläche: k.A..
Leergewicht: 340 kg Fluggewicht: k.A.
Flächenbelastung: k.A. Motor: Brändel (26 PS)
Mindestgeschw.: 60 km/h Höchstgeschw.: 170 km/h
Sinkgeschw.: k.A. Beste Gleitzahl: 19 bei 75 km/h