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Sport am Himmel

Segelfliegen hat viele Facetten, und so kann man mit seiner Segelfluglizenz auch mehr anfangen, als "einfach nur so" zu fliegen. Von Akrobatik über sportliche Wettkämpfe bis zum Reiseflug ist alles möglich. Aber natürlich kann man auch einfach zur Entspannung in die Luft gehen.

Abtransport nach einer AckerlandungStreckensegelflug

Ob alleine oder mit anderen Flugzeugen zusammen: beim Streckensegelflug sieht man viel und lernt Deutschland kennen. Sind es zunächst eher kleinere Streckenflüge von 200-300km, die man absolviert, Fliegen die "Cracks" Strecken von über 700km.
So ein Streckenflug dauert dabei in der Regel den ganzen Tag. Gestartet wird, sobald die Thermik eingesetzt hat, und man landet abends wieder, wenn der Aufwind langsam abebbt. Eine Flugdauer von 7 Stunden oder mehr ist da keine Seltenheit.

Manchmal hat man auch ein wenig Pech und muss auf einem anderen Flugplatz oder einem Acker landen, weil man keine Thermik mehr gefunden hat. Dann kommen die Vereinskameraden mit dem Anhänger und der Flieger kehrt auf dem Landweg zurück.
Die Streckensegelflieger messen ihre Leistung untereinander über das Internetportal des Onlinecontest. Hierüber werden der aerokurier Onlinecontest (OLC), die Segelflug-Bundesliga und die Deutschen Meisterschaft im Streckensegelflug (DMSt) ausgetragen. Dies sind dezentrale Wettbewerbe, die das ganze Jahr über das Internet ausgetragen werden. Zur Dokumentation der geflogenen Strecke hat man dann einen sogenannten GPS-Logger (eine Black-Box) im Cockpit, der den Flugweg aufzeichnet.


Startaufbau bei einem WettbewerbWettbewerbsfliegen

Beim Wettbewerbsfliegen geht es darum, eine vorgegebene Strecke (meist Drei- oder Vierecke) so schnell wie möglich zu umrunden. So ein Wettbewerb dauert zwischen 7 und 14 Tagen. Die Zahl der Teilnehmer kann durchaus auch schon mal über 100 liegen.

Je nach der Art des Flugzeuges startet man in der entsprechenden Klasse. Die Wettbewerbsklassen sind die Club-, Standard-, 15m- (Rennklasse), die 18m- und Doppelsitzerklasse sowie als Königsklasse die Offene Klasse. Jede Klasse bekommt eine individuelle Tagesaufgabe gestellt, die dann von allen Piloten absolviert werden muss. Entsprechend seiner erreichten Schnittgeschwindigkeit erhält man für jeden Tag Punkte. Und wer am Ende die Nase vorne hat, gewinnt den Wettbewerb.

Das Abschneiden bei einem solchen Wettbewerb entscheidet über die Teilnahme an höherwertigen Wettbewerben und über die Mitgliedschaft in der Nationalmannschaft. Europa- und Weltmeisterschaften finden jeweils alle zwei Jahre im Wechsel statt.

Eine ganz neue Art des Wettbewerbssegelflugs ist der Segelflug Grand-Prix. Dieser findet alle zwei Jahre im Range einer Weltmeisterschaft statt. Die Piloten werden über mehrere Qualifikations-Grand-Prixs ermittelt. Das Besondere daran ist, dass alle Teilnehmer zur selben Zeit starten und nach einem schnellen Rennen auch nahezu gleichzeitig die Ziellinie überfliegen. Dank Online-Übertragung und Live-Kameras ist diese Art des Wettbewerbs-Segelflug äußerst publikumswirksam.


Im Looping

Segelkunstflug

Bei vielen gilt der Segelkunstflug als die "Hohe Schule" des Fliegens.Voraussetzng ist die absolute Beherrschung des Flugzeugs. Entsprechend hoch sind die Anforderungen: um Kunstflug durchführen zu dürfen, bedarf es einer speziellen Kunstflugberechtigung. Um die zu erlangen muss man ausreichend Flugerfahrung nachweisen können und eine Kunstflugausbildung nebst praktischer Prüfung absolvieren.

Mit einem speziell für den Kunstflug ausgelegtem Segelflugzeug wie dem "Salto", dem modernen "Fox" oder der fast 50 Jahre alten "Lo 100" kann man fast alle Flugfiguren durchführen wie mit einem Motorkunstflugzeug. Auch wenn Kunstflug mit Segelflugzeugen im Vergleich dazu etwas behäbig aussieht, ist es dafür aber wesentlich ästhetischer. Ob Looping oder Rolle, Rückenflug, Turn oder Trudeln, beachten muss man nur, dass man fehlende Höhe nicht wieder ausgleichen kann und sparsam damit umgehen sollte.

Die wirklich guten Kunstflugpiloten zeigen ihr Können gerne auf Flugshows oder messen sich mit anderen Piloten bei Kunstflugmeisterschaften. Dann bewertet eine Jury aus erfahrenen Leuten die Ausführung der Figuren in der bekannten und unbekannten Pflicht sowie in der Kür. Da zeigt sich dann auch, warum es Kunstflug heißt.


Unterwegs mit dem MotorseglerMotorsegeln

Ein Motorsegler ist - wie der Name schon sagt - kein reines Segelflugzeug. Dabei muss man unterscheiden zwischen den motorisierten Segelflugzeugen mt einklappbaren Motor, der nur zum Start oder Höhengewinn benutzt wird, und den Reisemotorseglern mit fest eingebautem Triebwerk, welches einen schnellen Reiseflug ermöglicht.

Während die motorisierten Segelflugzeuge wie ein reines Segelflugzeug genutzt werden und auch mit der normalen Segelfluglizenz geflogen werden dürfen, handelt es sich bei einem Reisemotorsegler im Grunde genommen um ein Motorflugzeuge. Damit kann man zwar dank der großen Spannweite auch ohne Motor fliegen, für einen weiteren Streckenflug ohne Motor sind jedoch die Gleitleistung zu schlecht. Die Reisegeschwindigkeit eines solchen Flugzeuges liegen dafür mit Motor aber über 200 km/h. Verständlich, dass man dafür ausgebildet werden und eine entsprechende Berechtigung erwerben muss.

Doch ein Motorsegler kann nicht nur für den Reiseflug genutzt werden, sondern auch um Segelflugzeuge in die Luft zu bringen. Die 80-115 PS eines modernen Motorseglers sind dafür absolut ausreichend. Damit ist der Motorsegler eine kostengünstige und umweltfreundliche Alternative zum Schlepp mit einem Motorflugzeug.