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Gründe zum Feiern für zwei Wershofener Piloten

Foto: Paul Heesel  - Letzte Hinweise vor dem Start durch Fluglehrer Bernd van der Mühlen für den Euskirchener. Andreas hat sein Ziel erreicht: er darf ab jetzt alleine fliegen.
Foto: Paul Heesel - Letzte Hinweise vor dem Start durch Fluglehrer Bernd van der Mühlen für den Euskirchener. Andreas hat sein Ziel erreicht: er darf ab jetzt alleine fliegen.

Euskirchener Autohändler geht in die Luft

 

Von Stefan János Wágner

 

Bei den Segelflugkameraden in Wershofen gab es in der vergangenen Woche gleich zwei Gründe zum Feiern: Vereinsmitglied Andreas aus Euskirchen (43) hat einen wichtigen Meilenstein in seiner Fliegerkarriere absolviert: die A-Prüfung. Jetzt darf er ohne Begleitung eines Fluglehrers fliegen. Der erste Alleinflug ist einer der spannensten Momente im Fliegerleben, der unvergesslich bleibt. „Das diesjährige Osterfluglager hat mich in meinem Lernfortschritt sehr nach oben katapultiert“, freut sich Andreas, seines Zeichens Autohändler, über den Erfolg. Auch im übertragenen Sinne, denn gestartet wird durch die Winde, die die Segelflugzeuge in nur drei Sekunden von null auf hundert beschleunigt. Oder anders gesagt: katapultiert.123 Flugtage, sprich drei Monate und drei Wochen, die Winterpause nicht eingerechnet, benötigte der Euskirchener, bis ihm die Segelfluglehrer das Vertrauen schenkten: „Du schaffst das jetzt!“ Rekordverdächtig ist auch die Zeitspanne, die der ambitionierte Flugschüler bereits in der Luft verbrachte: 25 Stunden in so kurzer Zeit. Um sein ehrgeiziges Ziel zu erreichen, hatte der Euskirchener kein Wochenende ausgelassen und war immer am Platz, vielmehr: am Start.

 

Sein langersehntes Ziel hat auch der in Schönau bei Bad Münstereifel lebende Gerd Henseler (58) erreicht. Seine Fliegerkarriere begann bereits 2012 in Nörvenich. Dort wirkte er als technischer Leiter, was viel Zeit in Anspruch nahm und weshalb er kaum zum Fliegen kam. Er wechselte den Verein im Oktober 2017, kurz  vor Beginn der fünfeinhalb monatigen Winterpause. Henseler begründet seinen Wechsel: „Auffallend ist der sehr angenehme Umgang zwischen den Vereinsmitgliedern in Wershofen. Besonders erwähnenswert sind an der Stelle das sehr freundliche Klima und hilfsbereites Entgegenkommen.“ Letzteres war für den Schönauer wichtig, denn er hatte noch eine wichtige Aufgabe vor sich. Seine theoretische Prüfung hatte er zwei Jahre zuvor absolviert. Die strengen Regularien des Luftfahrtbehörden sehen vor, dass man innerhalb einer Frist von zwei Jahren dann die praktische Prüfung angeht. Die Zeit lief. Zwei Wochen vor Ablauf dieser Frist kam dann nach insgesamt 249 Starts als Flugschüler der ersehnte Tag.

 

Seinen 250. Flug, den Prüfungsflug, absolvierte Henseler mit Prüfer Hermann Kleber (73), einer geachteten Kapazität unter den Fliegern. Die Prüfung von Henseler war die letzte Prüfung, die Kleber abnahm, bevor er nun aus Altersgründen sein Prüferdasein an den Nagel hängt. Der vom rheinland-pfälzischen Luftamt behördlich bestellte ehrenamtlich tätige Kleber war stets fair, sachlich, mit Augenmaß unterwegs und dafür bei den Fliegern hoch geachtet. Sein Amt als Prüfer bekleidete Kleber seit 1979. Unterdes hatte er vielen Wershofener Piloten zur Lizenz verholfen.

 

Für beide Flieger lässt sich sagen: „Et hät noch emmer joot jejange!“ Die Wershofener Fliegerkameradschaft freut sich mit den beiden. Nun wappnet sich der Verein für das bevorstehende Großereignis: Am ersten Septemberwochenende steht das großes Flugplatzfest auf der Agenda, zu dem viele hundert Touristen aus nah und fern nach Wershofen strömen, um sich dort von spektakulären Kunstfliegern begeistern zu lassen. Auch die beiden Prüflinge werden dann am Start sein.

 

„Fliegen hält durch den Umgang mit Menschen großen Altersunterschiedes und dem dauerhaften Lernen jung und fit. Sowohl körperlich als auch mental“, wirbt Henseler für seine Sportart. Doch ist Segelflug mehr als nur Sport. Fliegen ist eine Passion.

Foto: HG Hamann - Prüfer Hermann Kleber, seit 1979 im Dienst im Auftrag der Luftfahrtbehörde, nimmt seinen letzten Prüfungsflug in Wershofen ab und verabschiedet sich in den Ruhestand. Generationen von Piloten hat er seither zur Lizenz verholfen.

Foto: HG Hamann - Gerd Henseler (vorne in der „K13“) bei seinem 250. Start in Begleitung des Prüfers Hermann Kleber beim Prüfungsflug zum Fluglizenterhalt.



Rundflugtag mit Rundumblick in Wershofen

Für 15 Euro geht’s in Wershofen in die Luft!

Segelflug ist ein schönes Freizeitvergnügen und Vereinssport zugleich. Eine Motivation für viele Flieger dürfte sein, aus der Höhe einen Perspektivwechsel zu erleben. Der andere Blick auf die Welt relativiert vieles, lässt manches zurück. Auch das Gemüt wird in Hochstimmung versetzt. Wer als Segelflugpilot – ob in Ausbildung oder als Scheininhaber – nach absolviertem Flug auf die Erde zurückkehrt, darf getrost stolz auf sich sein. Segelfliegerei ist eine anspruchsvolle Herausforderung. Konzentriert sind die Wershofener Pilotinnen und Piloten bei der Sache. Es gilt, sich auf jeden Wind, ob von vorne, hinten, links oder rechts, einzustellen. Streng wird auf die Sicherheit und auf die Einhaltung von Regeln geachtet, damit niemand zu Schaden kommt. Ob in der Luft oder am Boden, es gilt: Augen auf im Flugverkehr. Den kann man auch vom Flugplatz aus beobachten, Fernblick in die Eifellandschaft inklusive. Bis zur Nürburg, der Hohen Acht und ins Ahrgebirge.

Gelegenheit für Gäste, das Fluggeschehen zu beobachten oder mitzufliegen, besteht in diesem Jahr insbesondere zu zwei Gelegenheiten:


Am Samstag, den 5. Mai 2018 ist Rundflugtag und am ersten Septemberwochenende das große Flugplatzfest.

Flugbetrieb ist an allen Wochenenden und an Feiertagen, außer wenn es stürmt oder neblig ist. Denn wenn am Boden schlechte Sicht herrscht oder die Witterungsbedingungen Gefahren wie Blitz und Donner in sich bergen, starten die Segelflieger nicht. Sicher ist sicher.

Das Flugplatzrestaurant Thermikklause heißt Flugbegeisterte während des Segelflugbetriebs willkommen. Und Kinder freuen sich über den kleinen Spielplatz auf dem Gelände der Segelfluggruppe Wershofen.

 


Saisonstart 2018

Foto: Jànos Wàgner
Foto: Jànos Wàgner

Am 25. März konnte die SFG Wershofen bei schönstem Frühlingswetter die Saison 2018 einleuten. Es wurden erste Einweisungsstarts gemacht und die Stimmung war bestens auf dem Flugplatz.