Motoren des Vereins

Im Gegensatz zu den realen Motoren der Fliegerei darf ein Motor des Vereins auch schon mal stottern, wichtig ist dann nur, dass es weitere Motoren gibt, die die Höhe halten können. Genauso muss gewährleistet sein, dass die Motoren immer mit genügend Kraftstoff versorgt werden. Die Aktivität sowie der Einsatz der Mitglieder ist der Kraftstoff für einen jeden Vereinsmotor. Anerkennung und Lob wirken wie Schmieröl und sorgen für einen runden Lauf.Viele Leute haben den Verein geprägt, einige jedoch besonders. Und diese Leute wollen wir an dieser Stelle erwähnen und damit auch ehren. Im Einzelnen sind dies:

  • Karl Brenner
  • Otto Betzner
  • Günther Müller
  • Clemens Ahrend
  • Werner Bodenheim
  • Hubert Raaf
  • Klaus Ohlenhardt

Viele Persönlichkeiten haben im Laufe der Zeit Verantwortung im Verein übernommen. Diese bilden quasi das Getriebe des Vereins, sie prägen den Verein, bringen viele Anstösse und setzen sich enorm ein. Vor allem die Mitglieder des Vorstandes, Fluglehrer und Werkstattleiter sind es, die oft weitaus mehr für den Verein leisten als alle anderen. An dieser Stelle sollen daher mal alle diejenigen genannt werden, die eines dieser Ämter bislang inne hatten.

  • Vorstandsmitglieder
  • Fluglehrer
  • Werkstattleiter

Damit Verbunden sei auch der Dank für dieses Engagement, ohne das aus dem Verein sicher nicht das geworden wäre, was er heute ist.


KARL "SCHMOTT" BRENNER

Viele Leute haben den Verein in den über 50 Jahren seines Bestehens geprägt, aber sicherlich keiner so sehr wie Karl Brenner. Von der ersten Stunde war er derjenige, der sich mit Leib und Seele eingebracht hat, nicht immer zur Freude seiner Familie. So war er stolz darauf, dass er bis auf einen Krankenhausaufenthalt jeden Sonntag und die meisten Samstage auf dem Flugplatz gewesen ist. Stand ein Geburtstag oder ein Fest im Familienkreis an, so führte der Verdauungsspaziergang meist auf den Flugplatz. Woher seine Begeisterung für die Fliegerei kam, weiß allerdings niemand so genau.

Karl, geboren 1927, war Sohn des Dorfschmiedes von Wershofen (daher auch sein Spitzname Schmott=Schmied). Sein erster Kontakt mit der Fliegerei war vermutlich die Notlandung einer Messerschmitt 109 während des Frankreichfeldzuges auf dem späteren Flugplatz. Als dann der Polizist von Antweiler, der bereits Segelflug betrieben hatte, meinte, dass dies auch in Wershofen möglich sein müsse, gab dies wohl den Anstoss. Zusammen mit einigen Freunden gründete er die Segelfluggruppe Wershofen.

  Von diesem Zeitpunkt an begleitete Karl "seinen" Verein bis zu seinem Tod in leitender Funktion. Die längste Zeit (bis 1991) war er 1.Vorsitzender. Danach übernahm er den neu geschaffenen Posten des ersten Geschäftsführers. 1999 trat er in die zweite Reihe zurück und war zweiter Geschäftsführer, um seinen Nachfolger einzuarbeiten und zu unterstützen. Darüber hinaus war er auch in den Gremien des Luftsportverbandes Rheinland und des Sportkreises Ahrweiler tätig, stets darauf bedacht, für den Verein das Beste herauszuholen. Karl Brenner hatte beste Verbindungen zu hochrangigen Mitgliedern der alliierten Luftstreitkräfte in Deutschland, so dass es ihm immer wieder gelang, über seine Beziehungen militärische Attraktionen für die Flugtage zu gewinnen.

Aber er stand dem Verein nicht nur als Funktionär zur Verfügung. Lange Jahre war er Werkstattleiter und technischer Leiter des Vereins. Alle Bauvorhaben, ob Flugzeug oder Halle, standen unter seiner Leitung. Sein Fachwissen überstieg dabei bei weitem das eines gelernten Schmiedes. Auch als Flugleiter war er gerne dazu bereit, auf den Flugplatz zu kommen, wenn jemand mal in der Woche starten wollte.

  Trotz alledem war Karl aber sehr bescheiden. Auch ließ er seinen Kameraden stets den Vortritt beim Fliegen. Es war nicht sein Ziel, große Leistungen zu erfliegen, das überließ er lieber anderen. Seine fliegerische Karriere endete Mitte der 80er-Jahre dann nach einer Bypass-Operation zwangsweise, da er keine Flugtauglichkeit mehr bekam. Trotzdem nahm er jeden Tag aktiv am Flugbetrieb teil und flog vom hinteren Sitz aus weiter.

Für seine Leistungen erhielt Karl vielfache Auszeichnungen, unter anderem das Diplom Otto Lilienthal, eine der höchsten Auszeichnungen des Luftsports. Vom Verein wurde er nach seiner Zeit als erster Vorsitzender zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Als er 2000 unerwartet starb, hinterließ er eine Lücke, die zu füllen einer alleine nicht im Stande war. Posthum ehrte der Verein ihn, indem der Weg zum Flugplatz "Karl-Brenner-Weg" benannt wurde.

Otto Betzner

Der junge Otto Betzner war zusammen mit Karl Brenner Gründungsmitglied der Segelfluggruppe Wershofen. Durch seine Ausbildung als Schreiner hatte er das notwendige Fachwissen, dass der Verein die ersten Flugzeuge in Holzbauweise selber bauen konnte. Das Material dafür kam in den meisten Fällen von seinem Lehrherrn. Beim Bau des "Specht" etwa, der bis auf Holm und Rumpfgerüst komplett in Eigenregie hergestellt worden ist, schafften zwei Baugruppen abwechselnd jeden Tag. Otto und Karl waren immer dabei, bis der Flieger nach 9 Monaten fertiggestellt war.

Otto wurde 1962 der dritte Fluglehrer des Vereins und blieb es, bis der Fliegerarzt ihm Mitte der 80er-Jahre keine Flugtauglichkeit mehr erteilte, davon lange Jahre als Ausbildungsleiter. Er war von der Gründung bis 1991 zweiter Vorsitzender des Vereins und war lange Jahre als Werkstattleiter tätig. Beruflich setzte er mit seinem Teilhaber Clemens Ahrend auf den neuen Werkstoff Faserverbund-Kunststoff, der zu dieser Zeit auch im Segelflugzeugbau Einzug hielt, und ermöglichte es so, dass die Vereinswerkstatt als zweite Werkstatt in Rheinland-Pfalz auch für Kunststoffarbeiten zugelassen wurde.

Auch, als er nicht mehr selber fliegen durfte, stellte Otto sich weiterhin als Flugleiter zur Verfügung. Und auch auf sein fachliches Wissen brauch der Verein bis heute nicht verzichten. Wie Karl wurde er 1992 zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Für seine Verdienste hat er zahlreiche weitere Ehrungen erhalten.

GÜNTHER "LOBS" MÜLLER

Günther war "`ne Werscheder Jong" und stieß kurz nach der Vereinsgründung zu der jungen Truppe. Er wurde der erste eigene Fluglehrer des Vereins, bis dahin waren es vor allem Helmut Hanusa aus Leverkusen und Sepp Mösl aus Andernach gewesen, die in Wershofen geschult hatten.

Auch wenn er lange Zeit einziger Fluglehrer des Vereins war und somit nahezu jeden Sonntag schulte, war Günther ein ausgesprochen guter Streckenflieger und hatte schon Dreiecke von über 300km geflogen, als er 1963 mit der Ka 6 Landesmeister wurde und somit 1964 als erster Wershofener an einer Deutschen Meisterschaft teilnahm. Auch bei den Bautätigkeiten des Vereins war "Lobs" als selbständiger Maurermeister eine große Hilfe, es gibt kaum eine Mauer auf dem Flugplatz, die er nicht errichtet hat. Das Fliegen hat er dann vor über 30 Jahren an den Nagel gehängt und den Verein verlassen.

Sein Sohn Ernst ist seit einiger Zeit auch wieder im Verein aktiv und sein Sohn Lothar ist regelmäßiger Gast auf dem Flugplatz.

Am 01.03.2010 verstarb Günther Müller, er wird in unserem Verein immer in Erinnerung bleiben.

CLEMENS AHRENDT

Clemens stammt aus Bachem, einem Stadtteil von Bad Neuenahr-Ahrweiler. Er hatte schon 1942 in der Flieger-HJ mit dem Segelfliegen angefangen und in der damaligen Reichsegelflugschule "Hummerich" bei Kruft die SG-38 geflogen. Als in Wershofen die Segelfluggruppe gegründet wurde stieß er schon bald zu dem jungen Verein hinzu und brachte noch weitere Leute aus dem Ahrtal mit.

Clemens wurde im Jahr 1960 Fluglehrer und schulte bis in die 70er-Jahre. In dieser Zeit machte er zahlreiche Streckenflüge, die z.T. legendär sind. Beruflich setzte der gelernte Maler wie Otto, mit dem er einen Betrieb gründete, voll auf den neuen Werkstoff Kunststoff. Er entwickelte u.a. Karosserien für Rennwagen und war auch Dozent für Kunststofftechnik.

Nachdem er sich für einige Jahre aus dem Vereinsleben zurückgezogen hatte, war er in den 90er-Jahren wieder häufig auf dem Platz anzutreffen und half wo seine Hilfe gebraucht wurde. Im Jahr 2006 verstarb Clemens Ahrendt.

WERNER "FUZZY" BODENHEIM

Werner Bodenheim, der aus Ohlenhard stammt, war 7 Jahre, als die Segelfluggruppe gegründet wurde. 5 Jahre später, als 13-jähriger wurde er selber Mitglied im noch jungen Verein. Von Anfang an war er ein sehr aktiver Flugschüler. Mit seiner selber fliegenden Lebensgefährtin und späteren Ehefrau Ulla als Rückholer flog er mehrere Wettbewerbe mit und qualifizierte sich damit sogar einmal für die Deutschen Meisterschaften, an denen er allerdings nicht teilnahm. Wenn er nicht auf Strecke war, flog er mit Ulla im Motorsegler durch ganz Deutschland.

Anfang der 70er-Jahre machte er das, was er schon immer machen wollte: eine Ausbildung zum Flugzeugmechaniker bei Sportavia-Pützer auf der Dahlemer Binz. Vorher war er im Verein bereits als Segelflug- und Motorseglerwart tätig gewesen. Das Fachwissen, was er nun erlangte, half ihm dann, Flugzeugschweißer und Prüfer für Luftfahrzeuge zu werden. Auch der Verein profitierte natürlich von seiner Erfahrung im Flugzeugbau und Fuzzy gab sein Wissen gerne weiter. Er wurde 1973 auch Fluglehrer und später dann für einige Jahre Ausbildungsleiter. Von 1996 bis 2004 war er 2.Vorsitzender des Vereins. Seine aktive Fliegerei hat er 2006 an den Nagel gehangen, er stand dem Verein dennoch viele Jahre als Technischer-Leiter und Flugzeugprüfer zur Verfügung.

Werner Bodenheim ist am 21.05.2012 verstorben.

Seine beiden Söhne sind seinen fliegerischen Fussstapfen gefolgt: Uwe ist Fluglehrer und Jan ist erfolgreicher Wettbewerbspilot und konnte 2002 an den Deutschen Meisterschaften teilnehmen, natürlich mit seinen Eltern als Team. Jan hatte zudem für drei Jahre den Vereinsvorsitz inne und Uwe ist seit einigen Jahren zweiter Vorsitzender des Vereins.

Hubert Raaf

Hubert Raaf ist aus Wershofen und kam schon als 14-jähriger in den Verein. Schnell entdeckte er den Streckenflug für sich und hat die Leistungsfliegerei im Verein auch maßgeblich mitgeprägt. Viele Male gewann er den Streckenflugpokal des Vereins. Seine zweite Leidenschaft - die Fotografie - lieferte zahlreiche schöne Flugbilder, die es sogar bis auf die Titelseiten der Fachmagzine brachten.

Das Wissen, dass er in seiner Ausbildung als Bankkaufmann erwerben konnte, wusste er stets für den Verein einzusetzen, wo er seit 1974 das Amt des Kassierers bekleidet. Aber auch über den Verein hinaus setzt sich Hubert ein, so seit vielen Jahren als Segelflugreferent für das Gebiet Rheinland oder im Vorstand des Streckenflug-Fördervereins Rheinland-Pfalz.

Seine Frau Evi ist eine der guten Seelen des Vereins und unterstützt Hubert bei seiner Leidenschaft sehr. Die Kinder Natalie und Thomas sind folglich echte Flugplatzkinder geworden und als solche ebenfalls im Verein aktiv. Natalie war einige Jahre Jugendleiterin des Vereins.

Klaus Ohlenhardt

Klaus Ohlenhardt wurde 1973 mit 14 Jahren Mitglied in die SFG Wershofen. Sein Vater war zwar flugbegeistert und einer derjenigen, die mit Karl Brenner in der Nachkriegszeit mit einem selbstgezimmerten Fluggerät „Flugversuche“ unternahm, ist jedoch selbst nie aktiv geflogen und beließ es bei einer Fördermitgliedschaft.

Als Klaus in den Verein eintrat, hatte dieser bereits die Pionierjahre hinter sich gelassen und eine bemerkenswerte Entwicklung genommen: der Verein hatte einen Flugzeugpark auf dem Stand der Zeit, besaß ein geeignetes Fluggelände und verfügte über ausreichend Hallenkapazitäten. Man konnte sich nun auf mehr auf das Fliegen konzentrieren und andere Bereiche der Vereinstätigkeit in Angriff nehmen, z.B. eine strukturierte Jugendarbeit. Und so wurde Klaus zum ersten Jugendleiter des Vereins und legte die Grundlage für eine überaus erfolgreiche Jugendarbeit. Ende der 80er-Jahre war er sogar für 2 Jahre als stellvertretender Landesjugendleiter des Luftsportverbandes Rheinland-Pfalz tätig. Nachdem er auf diese Art bereits zehn Jahre Erfahrung in der Vorstandsarbeit gesammelt hatte, übernahm er im Zuge einer Umgestaltung der Vorstandsstruktur das Amt des 1.Vorsitzenden von Karl Brenner, der seinerseits in die neu geschaffene Position des 1.Geschäftsführers wechselte.

Mit Unterstützung seiner Frau Monika fanden unter seiner Leitung eine Vielzahl von Vereinsfluglagern in den österreichischen und französischen Alpen, in Ungarn, Polen und Tschechien statt, ebenso wie die gut angenommenen Flugwochen in Wershofen. Als der traditionsreiche „Internationale Flugtag Wershofen“ nach dem Unglück von Ramstein in dieser Form nicht mehr durchgeführt werden konnte, wagte der Verein 1992 unter seiner Regie einen Neuanfang und richtete die Publikumsveranstaltung später als Flugplatzfest mit freiem Eintritt und dem Fokus auf Familien neu aus. Das Konzept ging ebenso auf wie die behutsame, aber konsequente Modernisierung der Vereinsstrukturen. Diese führte zu schlanken, aber effektiven Regeln und verhalf dem Verein zu einem weiteren Aufblühen.

2002 übergab Klaus das Ruder an Jan Bodenheim, welcher den von ihm begonnenen Kurs weiter fortsetzte. Als dieser fünf Jahre später aus beruflichen Gründen das Amt vorzeitig aufgeben musste, ließ sich „der Commander“, wie er von seinen Vorstandskollegen liebevoll genannt wurde, noch mal „reaktivieren“ und führte den Verein für weitere sieben Jahre. 2013 schließlich übergab er die Führung an Christian Grau, um mehr Zeit für seine mittlerweile drei Enkel zur Verfügung zu haben.

Fliegerisch lagen Klaus Ambitionen weniger im Streckenflug denn in der Ausbildung des fliegerischen Nachwuchses. 1983 wurde er Fluglehrer und hat seitdem mit großem Engagement eine Vielzahl von Flugschülern ausgebildet.

2013 erhielt Klaus für seine Verdienste die goldene Ehrennadel des Luftsportverbandes Rheinland-Pfalz.